Die Auflaufbremse ist bei gebremsten Anhängern das entscheidende Sicherheitssystem und gleichzeitig eine der häufigsten Fehlerquellen bei der Hauptuntersuchung. Viele wissen nicht, wie sie funktioniert und worauf wir als Prüfingenieure bei der HU genau achten. Wie die Bremse funktioniert und was du vor Abfahrt selbst prüfen kannst, erläutern wir dir in diesem Artikel.
Die Funktion der Auflaufbremse
Wenn das Zugfahrzeugs abbremst möchte der Anhänger aufgrund der Massenträgheit seine Geschwindigkeit halten. Da dies aufgrund der Verbindung am Kugelkopf nicht möglich ist, schiebt sich die Auflaufeinrichtung am Anhänger zusammen. Bei diesem Vorgang wird über einen Hebel eine Bewegung in das Gestänge und an die Bremsseile weitergegeben. Die Bremsbacken werden an die Trommel gedrückt und der Anhänger bremst. Dieses System funktioniert rein mechanisch, also ohne elektrische Verbindung zum Zugfahrzeug.
Das klingt simpel – bedeutet aber auch, dass bei einem Problem in der mechanischen Übertragung die Bremse nicht richtig funktioniert.

Häufige Mängel – nicht nur bei der Hauptuntersuchung
Viele Anhänger, insbesondere privat zugelassene, werden nur wenig benutzt. Nicht selten ist die Nutzung nur ein bis zwei mal im Jahr für die Gartenarbeit. Diese seltene Nutzung sorgt oftmals dafür, dass die Mechanik durch Korrosion festsitzt. Damit fangen dann auch die Probleme an. Die Bremsung wird nicht mehr ausgelöst oder die Räder bremsen nicht mehr gleichmäßig, was ein Überbremsen einer Seite zur Folge hat. Dies hat auch Folgen am Zugfahrzeug. Der Anhänger schlägt ungebremst auf die Kupplungskugel auf und die Abbremsung muss alleine das Zugfahrzeug leisten. Damit verschlechtert sich logischerweise das Fahrverhalten des gesamtes Zuges. Im schlimmsten Fall wird die Bremsanlage des Zugfahrzeugs thermisch überlastet.
Manchmal nur eine Einstellungssache
Wir haben in unserer Prüftätigkeit unzählige Anhänger geprüft. Im Zusammenhang mit der Bremsanlage stellen wir immer wieder mangelnde Einstellung fest. Dies führt zu ähnlichen Problemen wie bereits bei der festsitzenden Bremse beschrieben. Leider wird in der Praxis die Wartung von Anhängern häufig vernachlässigt oder gar nicht durchgeführt. Auch bei Neufahrzeugen haben wir schon nach nur wenigen Kilometern eine falsche Einstellung gesehen. Dies liegt daran, dass sich die Bremse zu Beginn einschleift und die Seile sicherlich auch etwas nachgeben.
Du solltest die Einstellung deines Anhängers daher regelmäßig prüfen lassen, spätestens dann wenn sich erste Probleme ankündigen.
Was bei der HU an der Anhängerbremse geprüft wird
Bei der Hauptuntersuchung schauen wir uns die Auflaufbremse systematisch an damit du sicher unterwegs bist. Drei Punkte stehen dabei im Mittelpunkt:
- Auflaufweg: Wir prüfen, ob sich die Auflaufeinrichtung frei und leichtgängig bewegt – und ob der Auflaufweg dem vorgeschriebenen Maß entspricht. Ist die Einrichtung blockiert oder der Weg falsch eingestellt, greift die Bremse nicht korrekt. Die Wegreserve sollte 1/3 des gesamten Auflaufwegs betragen.
- Bremsprüfstand: Auf dem Bremsprüfstand ermitteln wir die tatsächliche Bremskraft an den Rädern. Dabei stellen wir fest, ob die Auflaufbremse ausreichend Bremswirkung erzeugt. Die Betätigung erfolgt bei der Prüfung über den Handbremshebel, welcher ebenfalls auf das Gestänge wirkt. Der Weg der Kraftübertragung zu den Rädern ist dabei identisch.
- Abweichung links / rechts: Bremst eine Seite des Anhängers deutlich stärker als die andere, kann das beim Bremsen zu gefährlichem Schlingern führen. Wir messen die Bremskraft links und rechts und prüfen, ob die Abweichung innerhalb des zulässigen Grenzwerts liegt. Der Grenzwert der Abweichung für die Betriebsbremse beträgt 25%.
Werden bei den genannten Prüfungen erhebliche Mängel festgestellt muss zunächst eine Reparatur durch eine Fachwerkstatt erfolgen. Manchmal genügt auch eine fachkundige Einstellung der Anhängerbremse. Wenn alles in Ordnung ist, teilen wir die Hauptuntersuchungsplakette zu.

Wichtig zu wissen
Die Auflaufbremse kannst du vor Fahrtantritt auch grundlegend selbst prüfen. Du lässt einen Helfer das Gespann anfahren (10-15km/h reichen) und dann stark abbremsen. Dabei schaust du dir den Auflaufweg an und kannst auch sehen, ob die Räder verzögern. Der Auflaufweg sollte mindestens 1/3 Wegreserve bereithalten. Keinesfalls solltest du ein schlagendes Geräusch wahrnehmen, was dafür spricht, dass die Bremsung nicht oder nicht ausreichend ausgelöst wird. Insbesondere nach längerer Standzeit ist es sinnvoll diese Prüfung vor Fahrtbeginn durchzuführen.
Hast du weitere Fragen zur Hauptuntersuchung am Anhänger?
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Häufige Fragen zum Thema
Die häufigsten Ursachen sind eine festsitzende Auflaufeinrichtung durch Korrosion oder eine falsch eingestellte Bremse. Beides führt dazu, dass die Bremswirkung nicht ausreicht oder ungleichmäßig ist.
Ja. Auch bei Neufahrzeugen kann die Einstellung nach wenigen Kilometern nachlassen, da sich die Bremse einschleift und die Seile nachgeben.
Wir prüfen unter anderem den Auflaufweg, die Bremskraft auf dem Bremsprüfstand sowie die Abweichung zwischen linker und rechter Seite. Die zulässige Seitendifferenz beträgt maximal 25 %.
Lass das Gespann auf 10–15 km/h anfahren und dann stark abbremsen. Der Auflaufweg sollte mindestens ein Drittel Wegreserve haben. Hörst du ein schlagendes Geräusch, deutet das auf eine fehlende oder unzureichende Abbremsung hin.
Die Auflaufbremse sollte regelmäßig durch eine Fachwerkstatt geprüft werden – spätestens wenn sich erste Probleme ankündigen. Bei der Hauptuntersuchung wird die Bremsanlage vollständig kontrolliert.




